Delfine in der Kealakekua Bay

Erst bei meinem fünften Hawaii-Besuch schaffe ich es endlich, der legendären Kealakekua Bay einen Besuch abzustatten. Dazu muss man den gesamten Süden umfahren und macht gerne kurze Pausen an der sagenhaften Punaluu Bay, einem pechschwarzen Sandstrand mit wogenden Kokospalmen und unzähligen Green Sea Turtles. In einer kleinen Holzhütte erwerbe ich ein T-Shirt. Natürlich mit Kreditkarte. Amerika macht´s möglich.

Green Sand Beach & South Point

Am South Point, dem südlichsten Punkt der USA, stürze ich mich 2007 mit Martin von den 10 Meter hohen Klippen. Trotz der rostigen Leiter, die nicht sonderlich vertrauenserweckend aussieht und wieder nach oben führt.

Big Island

Ganz in der Nähe befindet sich auch der Ka Lae Green Sand Beach, ein aus Olivikristallen gebildeter einsamer Strand, der nur mit einem Jeep oder zu Fuß durch hügelige Landschaft zu erreichen ist.

Pu’uhonua o Honaunau National Historical Park

Weiter Richtung Osten erreicht man den Pu’uhonua o Honaunau National Historical Park. Ob die Amerikaner wegen der komplizierten Aussprache dem Wahlfahrtsort den Beinamen „Place of refugee“ gegeben haben? Die steinige Bucht soll einer der schönsten Schnorchelplätze auf den Inseln sein. Ist sie tatsächlich.

Green Sand Beach

Yvonne ist wegen der bunten Fische so verzaubert, dass sie nicht merkt, wie gefährlich nahe sie an die scharfkantigen Korallen geschwemmt wird. Ich will sie noch warnen, merke aber recht schnell, dass mir das mit Schnorchel unter Wasser nicht gelingen wird. Und schon ist´s passiert. Das Blut am Unterschenkel fließt in Strömen. Ohne das wir groß suchen müssen, haben wir in Sekunden lokale Hilfe von Einheimischen, die mit Tipps und Tricks die Wunde desinfizieren und die Blutung stoppen. Meine tapfere Frau freut sich regelrecht über ihr lebenslanges Souvenir.

Kealakekua Bay

Für unsere Flitterwochen gebe ich mir bei der Organisation besonders viel Mühe und erkundige mich im „Ultimade Guide Book“ über die Kealakekua Bay, die wir noch am selben Abend ansteuern. Es bedarf hier einiger logistischer Überlegungen, da die große Bucht, und ganz besonders „Cpt. Cook Monument“ nur mit dem Kajak erreichbar sind. Eine weiße Statue erinnert an den großen britischen Seefahrer, der im Februar 1778 in der Bucht sein Leben ließ. Auf seiner Suche nach der geheimnisumwitterten Nordwest-Passage entdeckte er ganz zufällig die Hawaii-Inseln. Ausgerechnet zum Zeitpunkt eines hawaiianischen Festes zu Ehren des Gottes „Lono“ schipperte Cook in die Bucht. Ob er für den Gott selbst gehalten wurde, ist ein langjähriges Streitthema. Fest steht, dass seine Mannschaft durch ihr Verhalten die Einheimischen bald eines anderen belehrte. Spätestens als ein verstorbener Matrose an einem Platz beerdigt wurde, der nur Häuptlingen zustand, muss sich die Einstellung der Hawaiier gegen ihre Gäste gewendet haben. Es kam zu mehreren Diebstählen und dem Versuch, den hawaiianischen König dafür als Geisel zu nehmen. Nachdem ein erster Schrotschuss keine Wirkung zeigte, weil er im Schild eines Angreifers steckengeblieben war, gab er als zweiten Schuss eine Kugel ab und tötete damit einen Hawaiianer. Während er sich umdrehte, um Befehle zu erteilen, wurde er von hinten niedergestochen, fiel mit dem Gesicht ins Wasser, wurde herausgezerrt und niedergemetzelt. Vier britische Seefahrer und einige Hawaiier ließen bei diesem Ereignis ebenfalls ihr Leben.

So plane ich also 2 Übernachtungen direkt an der Bucht in einer privaten Unterkunft und ein Kajak bei einem Familienbetrieb um die Ecke. (Name aus Reiseführer) Der sieht nun so gar nicht nach Kajak-Verleih aus. Die Mutter sitzt gemütlich im Gartenstuhl und strickt, 2 kleine Söhne sitzen am Ufer und angeln. 4 weitere junge Mädchen albern auf dem Balkon des Hauses. Ein dicker träger und ein aufgeweckter durchtrainierter Sohn fühlen sich nach anfänglichen misstrauischen Blicken für uns zuständig. Sie erklären uns, wie wir zur Kealakekua Bay paddeln und worauf wir beim Ein- und Aussteigen im Kajak achten müssen. Da Cpt. Cook Monument britisches Eigentum ist, darf man dort nicht anlegen. Dazu steht den ganzen Tag ein Security am Ufer des Schnorchel-Paradieses und achtet akribisch darauf, dass niemand das heilige Land betritt. Man muss daher zum Schnorcheln das Kajak im Wasser verlassen und auch aus dem Wasser wieder ins Kajak klettern. Klingt komplizierter als es ist. Während des Schnorchelgangs bindet man sich das Kajak an den Fuß und erforscht so die Unterwasserwelt. Diese improvisierte Einfachheit, das Leben zu genießen, erstaunt uns immer wieder. Auf Yvonne´s Frage, ob es in der Bay Haie gäbe, antwortet der Sohn trocken mit „Yeah, plenty. But no worry. It´s the dolphins bay. Sharks respect that.“

Kealakekua Bay

Kealakekua Bay

Wir haben neben unserer Unterwasser-Kamera einen mit Eiswürfeln gefüllten Cooler dabei. Prallvoll mit Sandwiches, Snacks, leckerem Vitamin-Water und Starbucks Double-Shot Espresso. Nach 40 Minuten Paddeln auf offenem Meer erreichen wir die Bay. Schon von Weitem hören wir andere Touristen jubeln. Kleine Spinner Dolphins springen aus dem Wasser und drehen mehrfache Schrauben in der Luft. Wir tun es den anderen gleich, verlassen unser Kajak und treiben regungslos im Pazifik.

Da das Wasser hier sehr tief ist, sehen wir vorerst nichts als blau. Wenn man so gar nichts sieht, verliert man leicht die Orientierung und Unbehagen stellt sich ein. Doch bevor wir darüber großartig nachdenken, sehen wir sie plötzlich. Unter uns. Neben uns. Um uns herum…

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Kealakekua Bay

Dort angekommen genießen wir Picknick im Kajak, geniessen mehrere Schnorchelgänge im glasklaren Wasser, um bunten Fischschwärmen Guten Tag zu sagen, erforschen Korallen und können nur schwer glauben, was für einen tollen Tag wir haben.
Nach 6 Stunden auf und im Wasser fröstelt es uns und wir machen uns todmüde auf den Rückweg nach Volcano Village.

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